Georg Herbold

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Georg Herbold
Georg Herbold.png
Spielerinformationen
Voller Name Georg Herbold
Geburtstag 2. Dezember 1919
Geburtsort Groß - Rohrheim, DeutschlandDeutschland Deutschland
Sterbedatum 9. Juli 1998
Sterbeort Groß - Rohrheim, DeutschlandDeutschland Deutschland
Spitzname Schorch
Position Angriff
Vereine in der Jugend
07/1931 - 06/1935
07/1935 - 06/1937
DeutschlandDeutschland FC Alemannia Groß-Rohrheim (Jugend)
DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim (Jugend)
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
07/1937 - 06/1939
07/1939 - 06/1945
1942
07/1945 - 06/1954
DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim
DeutschlandDeutschland Reichsbahn TSV Wormatia Worms
DeutschlandDeutschland Hanau 93 (Kriegsgastspieler)
DeutschlandDeutschland SV Waldhof Mannheim
34 (22)
32 (18)
6 (1)
251 (95)
Nationalmannschaft
Verbandsauswahlspiele 3
Stationen als Trainer
03/1949 - 06/1954
07/1954 -


07/1961 - 06/1964
DeutschlandDeutschland Olympia Lampertheim
DeutschlandDeutschland FV 08 Hockenheim
DeutschlandDeutschland SV 98 Schwetzingen
DeutschlandDeutschland TSV Pfungstadt
DeutschlandDeutschland FC Alemannia Groß-Rohrheim

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 17. April 2020

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Georg Herbold (* 2. Dezember 1919 (100) in Groß - Rohrheim; † August 1998) war ein deutscher Fußballspieler des SV Waldhof Mannheim und hat von 1945 bis 1954 in der Fußball-Oberliga Süd 285 Spiele absolviert und dabei 117 Tore erzielt.

Laufbahn

Jugend und Anfänge, bis 1945

Georg Herbold wurde bei einem Freundschaftspiel des Waldhöfer Nachwuchses bei seinem Heimatverein FC Alemannia Groß-Rohrheim im Jahre 1934 entdeckt. Fortan schoss der Rohrheimer für die Waldhof-Jugend Tore.[1]

Der mit sieben Brüdern aufgewachsene „Schorsch“ Herbold rückte zur Saison 1937/38 aus der Waldhof-Jugend in den erweiterten Kader der Gauligamannschaft, die im Gau 14 Baden hinter Meister VfR Mannheim und dem 1. FC Pforzheim den dritten Rang belegte. Am 3. Oktober 1937 kam er beim 8:1 gegen den FC Germania Brötzingen zu seinem ersten Einsatz und wurde unverzichtbar. Danach bestritt er auch die restlichen 16 Saisonspiele und erzielte fünf Treffer.

Mit 18 Jahren erhielt er seine erste von drei Berufungen in die badische bzw. baden-württembergische Auswahl. "Herbold war ein solider Rechtsaußen, vor allem seine Flanken und Eckbälle bildeten eine große Gefahr für die Elsässer" berichtete die "Badische Presse" am 21.2.1938. In der folgenden Saison wurde der Stürmer in allen 18 Partien eingesetzt und wurde mit 17 Treffern Torschützenkönig des Gaues Baden. Auch Reichstrainer Seppl Herberger wurde aufmerksam und lud Herbold zu Lehrgängen ein.

1939 wechselte er - zusammen mit Oskar Siffling - zum Reichsbahn TSV Wormatia Worms in die Gauliga Südwest. Dort arbeitete er bei der Rechsbahn, was ihn vor einem vorzeitigen Fronteinsatz im Zweiten Weltkrieg bewahrte. Der Spielbetrieb wurde jedoch bald eingestellt und nach wenigen Wochen bildeten sich lokale „Notrunden". Zwischendurch kam Georg Herbold als Kriegsgastspieler bei Hanau 93 zum Einsatz - nun in der neuen Gauliga Hessen-Nassau.[2]

Oberliga Süd, 1945 bis 1954

Nach kurzer französischer Gefangenschaft war Herbold nach dem Kriegsende wieder für den SV Waldhof am Ball. Am Starttag der Fußball-Oberliga Süd, den 4. November 1945 holte sich der SV Waldhof beim FSV Frankfurt ein 1:1 Remis. Das erste Derby der alten Rivalen VfR und Waldhof Mannheim um Oberligapunkte fand am 23. Dezember 1945 auf dem Waldhof-Platz statt. Waldhof gewann mit 3:0 Toren und konnte auch das Rückspiel am 20. April 1946 mit 3:1 Toren für sich entscheiden. Im Waldhof- Angriff sorgten Lipponer, Fanz, Schaudt, Herbold und Günderoth für die Tore. Als am 28. April 1946 die Blau-Schwarzen den 1. FC Nürnberg durch Tore von Herbold und Fanz mit 2:1 besiegen konnten, wurde mit 33.000 Stadionbesuchern ein Zuschauerrekord[3] für Mannheim aufgestellt. Am Rundenende belegte Waldhof hinter Meister VfB Stuttgart, Vize 1. FC Nürnberg und den Stuttgarter Kickers den vierten Rang.

Im zweiten Jahr der Oberliga Süd, 1946/47, holte sich Waldhof die Vizemeisterschaft hinter dem 1. FC Nürnberg. Neben „Schorsch“ Herbold zeichneten sich Torhüter Karl Vetter, Reinhold Fanz und Paul Lipponer dabei in der Mannschaft von Trainer Herbert Pahlke als Leistungsträger aus. Die Lokalrivalen VfR – Hermann Jöckel, Philipp Rohr, Rudolf de la Vigne, Kurt Stiefvater – und VfL NeckarauFritz Balogh, Willi Preschle, Günter Sosna, Karl Gramminger, Martin Gramminger – landeten dagegen auf dem 12. bzw. 16. Tabellenrang. Als der 1. FC Nürnberg im Jahre 1948 die erste Deutsche Fußballmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg erringen konnte, hatten zuvor die Waldhöfer in der Oberliga Süd dem Meister aus dem Frankenland im Heimspiel am 21. September 1947 durch einen 3:1 Erfolg – zwei Tore durch Herbold – beide Punkte abgenommen. Auch gegen den torhungrigen Angriff der Stuttgarter Kickers – 113:58 Tore in dieser Runde – setzten sich „Schorsch" Herbold und seine Mannschaftskameraden im Heimspiel am 5. Oktober 1947 mit 4:2 Toren durch. Nach dem 3:0 Heimsieg am 15. Februar 1948 stand Waldhof hinter dem 1. FC Nürnberg auf dem zweiten Platz. Beim 6:4 Heimsieg am 36. Spieltag gegen die SpVgg Fürth erzielte Herbold drei Treffer. Insgesamt gelangen dem auf allen Angriffspositionen einsetzbaren Stürmer 18 Treffer in der Runde 1947/48. Die Blau-Schwarzen landeten auf dem 6. Rang in der Abschlusstabelle.

In der vierten Oberligarunde 1948/49 errang Georg Herbold mit 19 Toren – gemeinsam mit Emil Maier vom Meister Kickers Offenbach und Otto Thanner vom TSV 1860 München – die Torschützenkrone in der Oberliga Süd. Da der Lokalrivale VfR Mannheim sich im Süden als Vizemeister für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifizierte und überraschenderweise am 10. Juli 1949 in Stuttgart gegen Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft nach Mannheim holen konnte, ging diese persönliche Auszeichnung des 29-jährigen Angreifers fast daneben unter. Herbold hatte alle 30 Ligaspiele bestritten und Waldhof landete mit dem Torverhältnis von 54:43 Toren auf dem 5. Tabellenplatz. Ernst Löttke, der Mittelstürmer der Rasenspieler und ihr erfolgreichster Rundenschütze, hatte 16 Treffer zu Buche stehen. Herbold war Doppeltorschütze in den Spielen gegen Offenbach, Rödelsheim, Bayern München (Rückrunde) und den 1. FC Nürnberg. Am sechsten Spieltag, den 24. Oktober 1948, zeichnete er sich beim 3:1 Heimsieg gegen Bayern München als dreifacher Torschütze aus.

In den nächsten Jahren ging es mit den „Waldhof-Buben“ in der Tabelle nach unten. Auch das Erreichen des Halbfinals im ersten DFB-Pokalwettbewerbs nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1953 nach Siegen gegen Eintracht Braunschweig, SpVgg Fürth und Concordia Hamburg sowie der 2:3 Niederlage in Koblenz am 8. März 1953 gegen den späteren Pokalsieger Rot-Weiss Essen, konnte den sportlichen Absturz nicht verhindern. Im Jahre der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 stieg Waldhof als Tabellenvorletzter aus der Oberliga Süd ab. Nochmals war der 34-jährige Routinier Herbold in 28 Spielen zum Einsatz gekommen und hatte zumeist als rechter Läufer eingesetzt, fünf Tore erzielt. Gerhard Zeilinger[4] führt dazu aus:

Die 0:2 Niederlage beim VfB Stuttgart am 4. April 1954 bedeutete nicht nur das Abschiedsspiel des SV Waldhof nach 40jähriger Zugehörigkeit zur Ersten Spielklasse, aus der Mannschaft schied mit dem 35jährigen „Schorsch“ Herbold der letzte der legendären ‚Waldhof-Buben’ aus dem Spielerkader aus; 20 Jahre lang trug er mit einer kurzen Kriegsunterbrechung das blau-schwarz-blaue Trikot des SV Waldhof.

Schon gegen Ende seiner altiven Laufbahn betreute Georg Herbold den FC Olympia Lampertheim. Nach dem Abstieg beendete Herbold seine Spielerlaufbahn beim SV Waldhof und übernahm zur Runde 1954/55 das Amt des Spieler-Trainers beim FV Hockenheim in der 1. Amateurliga Nordbaden. Diverse Trainerposten bei SV 98 Schwetzingen, TSV Pfungstadt und FC Alemannia Groß-Rohrheim schlossen sich an. Seinen Lebensunterhalt verdiente sich der zweifache Familienvater bei Daimler-Benz und war 1970-1972 Vorstand beim FC Alemannia Groß-Rohrheim.

Am 9. Juli 1998 verstarb Georg Herbold in seinem Wohn- und Geburtsort.

Auswahlberufungen, 1946 bis 1950

Die Offensivqualitäten von „Schorsch“ Herbold, insbesondere seine ausgeprägte technische Kombinationsgabe mit Torgefährlichkeit, machte sich auch die Stadtauswahl von Mannheim und die Nordbaden-Auswahl zu Nutze. Herausragend war der 1949/50 ausgetragene Länderpokal der Verbandsmannschaften, wo die Vertragsspieler der Oberligen zugelassen waren und die ostdeutschen Verbände teilnahmen. In der Qualifikation setzte sich Nordbaden am 21. August 1949 in Karlsruhe mit einem 3:1 Erfolg gegen Südbaden durch. In der Vorrunde war aber am 18. September 1949 in Mannheim der spätere Finalist Pfalz mit den Walter-Brüdern beim 4:1 Erfolg nicht zu schlagen. Herbold erzielte vor 22.000 Zuschauer den Ehrentreffer für Nordbaden. Im badischen Angriff spielten neben Rechtsaußen Herbold Vereinskamerad Paul Lipponer und die drei VfR-Kollegen Kurt Stiefvater, Ernst Langlotz und Rudolf de la Vigne. Im April 1950 gehörte Herbold auch einem Sichtungs-Lehrgang von Bundestrainer Herberger an.

Erfolge

  • mehrere Einladungen zu Lehrgängen der A-Nationalmannschaft
  • 1938 Torschützenkönig Gau Baden (17 Tore)
  • 1949 Torschützenkönig Oberliga Süd (19 Tore)


Vereinsspiele

Liga Jahr Verein Spiele Tore
Gauliga Baden 1937-1938 SV Waldhof Mannheim 16 5
Tschammerpokal 1937-1938 SV Waldhof Mannheim 3 1
Gauliga Baden 1938-1939 SV Waldhof Mannheim 18 17
Tschammerpokal 1938-1939 SV Waldhof Mannheim 5 4
Gauliga Baden 1939-1940 SV Waldhof Mannheim 0 0
Gauliga Baden 1940-1941 SV Waldhof Mannheim 0 0
Gauliga Baden 1941-1942 SV Waldhof Mannheim 0 0
Gauliga Baden 1942-1943 SV Waldhof Mannheim 0 0
Gauliga Baden 1943-1944 SV Waldhof Mannheim 0 0
Gauliga Baden 1944-1945 SV Waldhof Mannheim 0 0
Oberliga Süd 1945-1946 SV Waldhof Mannheim 15 8
Oberliga Süd 1946-1947 SV Waldhof Mannheim 36 14
Oberliga Süd 1947-1948 SV Waldhof Mannheim 36 18
Oberliga Süd 1948-1949 SV Waldhof Mannheim 30 19
Oberliga Süd 1949-1950 SV Waldhof Mannheim 29 12
Oberliga Süd 1950-1951 SV Waldhof Mannheim 19 6
Oberliga Süd 1951-1952 SV Waldhof Mannheim 21 5
Oberliga Süd 1952-1953 SV Waldhof Mannheim 29 3
Oberliga Süd 1953-1954 SV Waldhof Mannheim 28 5

Bilder

Literatur

  • Gerhard Zeilinger, Triumphe und Niedergang in Mannheims Fußballsport 1945-1970, Fußball-Archiv Mannheim, 1995, ISBN 3-929295-14-8
  • Werner Skrentny (Hg.), „Als Morlock noch den Mondschein traf“, Die Geschichte der Oberliga Süd 1945-1963, Klartext-Verlag, 1993, ISBN 3-88474-055-5
  • Andreas Ebner: Als der Krieg den Fußball fraß. Die Geschichte der Gauliga Baden 1933–1945. Verlag Regionalkultur. Ubstadt-Weiher 2016. ISBN 978-3-89735-879-9.

Einzelnachweise

  1. Echter Waldhof-Bub aus Rohrheim www.fupa.net
  2. Chronik wormatia.de, abgerufen am 17. April 2020
  3. Gerhard Zeilinger, Triumph und Niedergang in Mannheims Fußballsport 1945 bis 1970, Seite 18
  4. Triumph und Niedergang in Mannheims Fußballsport 1945 bis 1970, Seite 95


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