Klaus Schlappner

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Klaus Schlappner
Klaus schlappner.jpg
Spielerinformationen
Voller Name Klaus Schlappner
Geburtstag 22. Mai 1940
Geburtsort Lampertheim, DeutschlandDeutschland Deutschland
Position Verteidiger
Vereinsinformationen Karriereende
Vereine in der Jugend
1950-1957 DeutschlandDeutschland Olympia Lampertheim
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1957-1960
1960-1964
1964-1967
1967-1969
1969-1970
DeutschlandDeutschland Olympia Lampertheim
DeutschlandDeutschland Phoenix Ludwigshafen
DeutschlandDeutschland Südwest Ludwigshafen (Fusion)
DeutschlandDeutschland VfR Bürstadt
DeutschlandDeutschland VfB Lampertheim
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Stationen als Trainer
1970
07/1971 - 06/1977
07/1977 - 06/1980
07/1980 - 06/1987
07/1987 - 06/1988
10/1988 - 04/1991
07/1991 - 06/1992
05/1992 - 10/1993
01/1996 - 10/1996
11/1997 - 06/2000
07/2001 - 01/2002
DeutschlandDeutschland Groß-Rohrheim (Kreisliga)
DeutschlandDeutschland FV Biblis (Spielausschuß und Trainer
DeutschlandDeutschland SV Darmstadt 98 (Co- und Interimstrainer)
DeutschlandDeutschland Waldhof Mannheim
DeutschlandDeutschland SV Darmstadt 98
DeutschlandDeutschland 1. FC Saarbrücken
DeutschlandDeutschland FC Carl Zeiss Jena
China VolksrepublikChina Nationaltrainer China
DeutschlandDeutschland Waldhof Mannheim
China VolksrepublikChina Chongqing Lifan
IranIran Peykan Teheran

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
 Stand: 20. Mai 2020

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Klaus „Schlappi“ Schlappner (* 22. Mai 1940 (80 Jahre) in Lampertheim) ist ein ehemaliger deutscher Fußballtrainer.


Laufbahn

Spieler

Klaus Schlappner („Schlappi“) spielte bei den Vereinen Olympia Lampertheim (2. Amateurliga) und Phönix Ludwigshafen als eisenharter Verteidiger in der Oberliga Südwest. Im Jahr 1964 fusionierten SV Phönix 03 Ludwigshafen und TuRa 1882 Ludwigshafen zum SV Südwest 1882 Ludwigshafen, sodass er danach deren Leibchen trug. Dort kickte er bis 1967 und absolvierte in der Saison 1965/66 vier Spiele in der damals zweitklassigen Regionalliga Südwest.

Dann zog es ihn zum VfR Bürstadt, der gerade aus der Hessenliga in die Gruppenliga Süd abgestiegen war. Sofort erfolgte unter Spielertrainer Lothar Buchmann der Wiederaufstieg und er spielte noch eine Spielzeit in der Hessenliga, bevor er ab 1969 seine aktive Karriere beim VfB Lampertheim ausklingen ließ.

Trainer

Die ersten Trainerstationen waren der FC Alemannia Groß-Rohrheim in der Kresiliga und der FV Biblis. Dort war er Spielausschussvorsitzender und sprang immer wieder als Trainer ein.[1]

Von 1977 bis 1980 war er Co-Trainer beim SV Darmstadt 98 unter Lothar Buchmann, wo er 1978 in die Bundesliga aufstieg, aber mit den Feierabendprofis die Spielklasse nicht halten konnte. 1980 schloss er die Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der Sporthochschule Köln ab. Dann klemmte ihm Waldhofs Richard Wirth einen Zettel an den Scheibenwischer und so kam letztlich sein Wechsel zu den Blau-Schwarzen zustande.

Schlappner trainierte ab 1980 die Zweitligamannschaft des SV Waldhof Mannheim. Mit dieser schaffte er 1983 den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. "Der beste und billigste Transfer ist der aus der eigenen Jugend", sagte der Elektromeister aus dem südhessischen Lampertheim und brachte viele Talente in die Bundesliga. Jürgen Kohler wurde Weltmeister, Maurizio Gaudino Nationalspieler und Meister. Namen wie Sebert, Dickgießer und Schlindwein waren ein Begriff für beherztes Zupacken, Schön stand für elegantes Spiel und Fritz Walter für viele Tore. Sie verdankten Schlappner alles, Kohler gestand: "Er war der wichtigste Trainer meiner Karriere."

Er besetzte eine Nische, in der vor ihm ein Max Merkel und nach ihm ein Christoph Daum oder Klaus Toppmöller saßen und dafür waren ihm viele dankbar.[2] 1985 musste er am Saisonende bei der Qualifikation für die internationelen Wettbewerbe nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses dem Hamburger SV den Vortritt lassen. Nach vier erfolgreichen Bundesligajahren verließ er 1987 den SV Waldhof. Sein Ex-Spieler Rainer Scholz charakterisiert ihn als Trainer ohne Schleifermentalität, der viel Wert auf Taktik, Disziplin und Ordnung legte.[3]

Ab 1987 wirkte er wieder beim SV Darmstadt 98. Schlappner hatte in seinen Kader mit Karl-Heinz Emig, Volker Kispert, Rainer Scholz sowie Henrik Eichenauer einige Ex-Waldhöfer eingebaut und auch Bernhard Trares spielte für die "Lilien". Diese wurden Dritter und gingen in die Relegation – ausgerechnet gegen Waldhof. Die Lilien unterlagen am 9. Juni 1988 erst im dritten Spiel, nach Elfmeterschießen.

Dann ging es für 3 Jahre zum Klassenkonkurrenten 1. FC Saarbrücken, mit dem er zweimal in der Relegation zur Bundesliga an Eintracht Frankfurt und VfL Bochum scheiterte. "Die Taktik war sehr defensiv ausgelegt und zielte möglichst lange auf ein 0:0 hin. Ab der 75. Minute brachte er dann die Stürmer, die darauf brannten, ihm zu zeigen was sie können" beschrieb Ex-Spieler Christian Pförtner das damalige Schlappnersche System.[4]

Als Nächstes folgte 1991/1992 noch die Mannschaft von FC Carl Zeiss Jena. Deren erste Zweitligasaison endete auf dem fünften Platz der Aufstiegsrunde der Südstaffel.

Zwischen 1992 und 1995 ging Schlappner nach China und wurde dort Trainer der chinesischen Fußballnationalmannschaft und technischer Berater des dortigen Fußballverbandes. China hatte gerade gegen das kleine Hongkong mit 0:1 verloren und stand am sportlichen Tiefpunkt. Als Schlappi in Peking ankam, fand er eine Nationalmannschaft ohne Spieler vor und musste in einem Auswahlverfahren erstmal einen Stamm bilden. 3 Monate wurde bereits der 3. Platz beim Asia-Cup eingefahren.[5] Er baute in China die Profiliga auf und brachte junge Spieler nach Europa. Die Universität Hebei hat ihn vor Jahren als Gastprofessor benannt. Letztes Jahr wurde nach ihm als erstem deutschen Fußballtrainer überhaupt in der Millionenmetropole Quingdao ein Fußballplatz benannt: "Es ist ein sehr schönes Gefühl, wenn meine Arbeit anerkannt wird. Das macht mich schon etwas stolz." In den Jahren 2000/2001 folgte ein Engagement im Iran. Dort trainierte er den Club Peykan Teheran und war maßgeblich an der Einführung einer Profiliga im Iran beteiligt.

Im Januar 1996 wurde er - als Nachfolger von Hans-Günter Neues - nochmals Trainer des SV Waldhof Mannheim, der zu dieser Zeit in der 2. Fußball-Bundesliga spielte. Schlappner forderte zur neuen Spielzeit eindringlich Verstärkungen, die vom Präsidium abgelehnt wurden, woraufhin Schlappi im Oktober zurücktrat.

2006 wurde Klaus Schlappner vom deutschen NOK zur Förderung von Sportbeziehungen mit Ländern der Dritten Welt im Rahmen der auswärtigen Kulturpolitik eingesetzt. In diesem Rahmen war er auch kurzzeitig als Ausbilder von Kinder- und Jugendtrainern in der Mongolei aktiv. "Es gibt eine Liga, acht Mannschaften, keine Profis. Einige Spieler kamen mit dem Pferd zum Training." berichtet er rückblickend.[6] Selbst in Nordkorea war er in Sachen Fußball tätig.[7]

Am 8. April 2008 überreichte Professor Dr. Sun, Dekan der Sporthochschule in Shijiazhuang, Klaus Schlappner die Ehrenprofessorenwürde. In seinen Vorlesungen vermittelt Klaus Schlappner vor allem fußballpädagogische Grundlagen und Techniken.

Im Oktober 2011 erhielt Schlappner eine weitere Ehrung durch den DFB: Der Deutsche Fußball-Bund zeichnete den gebürtigen Lampertheimer in Düsseldorf mit der DFB-Verdienstnadel aus. Der Anlass: Zusammen mit seinen Kollegen Eckhard Krautzun und Horst Kriete leistet der 71-Jährige als Vorsitzender einer Expertenkommission seit Jahren fußballerische Entwicklungshilfe im Ausland.

2012 organisierte der gelernte Elektromeister im Sinne des deutsch-chinesischen Jugendaustauschs mit seinen Mitstreitern Dr. Norbert Egger und Felix Kurz erstmals das deutsch-chinesische Jugendturnier für U-16-Teams beider Nationen (China-Deutschland). Die Jugend liegt ihm besonders am Herzen. Im Sommer 2015 reisten 80  Nachwuchskicker zum dritten deutsch-chinesischen Fußballturnier für U-16-Mannschaften nach Mannheim. "Die Begegnung der jungen Menschen soll im Mittelpunkt stehen", charakterisierte er den größten Jugendaustausch beider Länder.[8]

Markenzeichen

Unverwechselbare Markenzeichen Schlappners waren sein Pepitahut und seine markigen Sprüche in breitem Kurpfälzer Dialekt. Beispielsweise bezeichnet er seine Mannheimer Mannschaft nach einer derben Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach als „FC Hühnerhaufen“.

Politik

Klaus Schlappner trat bei den Kommunalwahlen 1968 in seinem Heimatort Lampertheim für die NPD an. 1986 äußerte er dazu gegenüber dem Spiegel, er stehe inzwischen „absolut auf demokratischem Boden“. „Aber von diesem Boden aus“ – so Spiegel-Redakteur Harald Wieser – „erinnert er sich an seinen Ausflug in die Politik keineswegs mit Unbehagen.“[9]

Privates

Schlappner hat drei Kinder. Sein Sohn Volker (* 1964) bestritt ein Zweitligaspiel für Darmstadt 98. Nach der Saison holte ihn Präsident Wilhelm Grüber zum SV Waldhof Mannheim. Volker Schlappner stand von 1984 bis 1986 im Profikader des SV Waldhof und spielte in der DFB-Nachwuchsrunde. Er lebt heute mit seiner Familie im Jägersburg Wald. Dort hat er 1987 eine alte Oberförsterei gekauft, zu der sein Wohnhaus und ein verpachtetes Landgasthaus gehören.[10]

Diskografie

  • Klaus Schlappner mit Werner Böhm "Schlappi Räp", Teldec 1985

Bilder

sogar einen eigen Geldschein gabs

Einzelnachweise

  1. Klaus Schlappner wird 80 buerstaedter-zeitung.de vom 21.5.2020, abgerufen am 22. Mai 2020
  2. Der König vom Waldhof sport1.de vom 22.5.2020, abgerufen am 23. Mai 2020
  3. Rainer Scholz jfg-nordspessart.de, abgerufen am 14. September 2019
  4. "Ich war immer Saarbrücker" fcsblueangels-wallerfangen.de aus dem Magazin FORUM vom 29.5.2015, abgerufen am 23. Mai 2020
  5. Kultfigur mit Pepitahut und flotten Sprüchen morgenweb.de vom 22.5.2020, abgerufen am 22. Mai 2020
  6. "Einige Spieler kamen mit dem Pferd zum Training" sueddeutsche.de vom 17.5.2010, abgerufen am 20. Mai 2020
  7. Der Trainer mit Pepitahut - Klaus Schlappner wird 80 rnz.de vom 19.5.2020, abgerufen am 20. Mai 2020
  8. Drittes Deutsch-Chinesisches U 16 – Fußballturnier in Mannheim - Größter deutsch-chinesischer Jugendaustausch 2015 in der Region mannheim.de vom 22.4.2015, abgerufen am 22. Mai 2020
  9. Harald Wieser: Die Provinz an die Macht. In: Der Spiegel. Nr. 18, 1986 (Online).
  10. Klaus Schlappner – Pepitahut und Lodenmantel djz.de vom 2.4.2012, abgerufen am 30. Mai 2020

Literatur

  • Klaus Schlappner: Mit Erfolg gegen den Strom. Econ, München 1986, ISBN 3430179750.

Weblinks

siehe auch

Schlappners 70. Geburtstag



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